Job plus Wohnung –

eine Initiative des BVMW

Zwei Themen beherrschen die Schlagzeilen: der Fachkräftemangel und der Mangel an Wohnungen. Oft hängt beides direkt zusammen. Mit der Mittelstandsinitiative Mitarbeiterwohnungsbau will der BVMW nun Abhilfe schaffen – Mitstreiter sind willkommen.

Der Wohnungsmangel ist vor allem in den Ballungsräumen zu beobachten. In Berlin, Frankfurt, München, Hamburg und anderen deutschen Großstädten wird Wohnraum immer knapper und teurer. Selbst gut bezahlte und qualifizierte Fachkräfte bleiben bei Wohnungsbewerbungen häufig chancenlos.

Städte werden weiter wachsen

Bevölkerungsforscher sagen voraus, dass im Jahr 2050 mehr als 80 Prozent der Menschen in Städten leben werden. Weil das urbane Leben zunehmend attraktiver wird, nimmt der Wohnungsmangel weiter zu. Derzeit ist noch kein Ende dieser Entwicklung abzusehen. Die politischen Entscheidungsträger haben das Problem zwar erkannt und benannt, doch die von der Politik eingeführten Maßnahmen waren bislang wenig erfolgreich oder sogar kontraproduktiv.

Anknüpfen an Traditionen

Der BVMW nimmt die prekäre Lage zum Anlass, eine eigene Initiative zu starten, um bezahlbaren

Wohnraum für Mitarbeiter von mittelständischen Unternehmen in den Ballungsräumen Deutschlands

bereitzustellen. Die Initiative knüpft an den traditionellen Werkswohnungsbau an, der aus der Mode geraten ist, nachdem sich fast alle der traditionsreichen Industriekonzerne von ihren Werkswohnungsbeständen getrennt haben. Mit dem Angebot „Job plus Unterkunft“ wird es möglich, gesuchte Fachkräfte zu gewinnen und zu binden. Das macht den Mitarbeiterwohnungsbau heute wieder attraktiv.

Mit Zusammenschlüssen Abhilfe schaffen

Für viele Mittelständler ist die Errichtung von Mitarbeiterwohnungen im Alleingang natürlich nicht möglich. Wenn sich aber mehrere Unternehmen regional zusammenschließen und – getreu dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ – eine Genossenschaft gründen, wird der Bau von zukünftigen Mitarbeiterwohnungen durchaus realistisch. Eine wesentliche Rolle bei der Schaffung von preiswertem Wohnraum spielen die Kommunen. Der BVMW-Plan sieht vor, dass die jeweilige Kommune entweder als direktes Mitglied der Genossenschaft oder als Kooperationspartnerin auftritt. So können bis zu einem Drittel der zu errichtenden Wohnungen als Sozialbauwohnungen ausgewiesen werden (Sozialquote). Im Gegenzug kann die Kommune ein passendes Grundstück per Erbbaurecht einbringen und dann auch solche Mitarbeiter in ihrem Belegungskontingent auffangen, die sich vom Arbeitgeber trennen und mit der Aufgabe des Jobs auch die Wohnung einbüßen würden.

Bezahlbarer Wohnraum ist keine Utopie

Um die künftigen Bauvorhaben der BVMW-Mittelstandsinitiative so schnell und preisgünstig wie möglich zu realisieren, kann die serielle Bauweise angewendet werden. Der moderne Modularbau erfolgt nachhaltig und entspricht hinsichtlich der Energieeffizienz den Vorgaben der KfW. Die Bauzeit für Mehrgeschosswohnungsbau in serieller Bauweise liegt gegenwärtig bei wenigen Monaten, die Kosten weit unter den üblichen Baupreisen. Der BVMW wird mit seiner Initiative in den kommenden Wochen das Gespräch mit der Politik auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene suchen. Neben der Mittelstandsinitiative Mitarbeiterwohnungsbau kann die im Bauministerium angesiedelte „Initiative zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum“ ein bedeutsamer Baustein sein, um die politisch avisierten 1,5 Millionen bezahlbaren Wohnungen bis 2021 zu errichten. Der BVMW erklärt sich bereit, sich auch dieser Initiative zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums anzuschließen. Die Zeit drängt, denn diese Aufgabe gehört neben den Herausforderungen der Digitalisierung zu den wichtigsten sozialen Fragen des 21. Jahrhunderts in Deutschland.